Hochsommer – auch wenn es sich die letzten Tage alles andere als danach angefühlt hat. Die Tage werden fühlbar kürzer. Die Kornfelder sind abgeerntet. Und bei meinen Nachbarn strecken sich riesige Sonnenblumen wie goldene Riesen über drei Meter in den Himmel.
Wenn dann doch nochmal die Hitze zurückkehrt, kann sie gnadenlos werden: ausdörrend, fordernd – nicht nur für Pflanzen, auch für manche Menschen. In der Irisdiagnostik kann man anhand der Augenfarbe Hinweise auf den individuellen Umgang mit Wärme erkennen – und Hilfestellung geben – ein Aspekt, der besonders in der Sommerzeit relevant sein kann.
Gleichzeitig drohen Wetterextreme, die Ernten gefährden – eine Zeit voller Spannung, innerlich wie äusserlich.
Zwischen Sonne & Erde – Löwe trifft Jungfrau
Im August wechselt das Sonnenzeichen: Vom feurigen Löwen – souverän, charismatisch, strahlend – hin zur Jungfrau, die achtsam plant, analysiert, schützt. Die Jungfrauzeit war traditionell der Moment, in dem Erntegöttinnen geehrt wurden: Hüterinnen des gereiften Schatzes der Natur.

Im medizinischen Sinne bringt die Jungfrau die Fähigkeit, Körper, Geist und Seele zu integrieren. Sie plant voraus, bewahrt, schützt. Und sie verkörpert eine Haltung, die gut zur Irisdiagnostik passt: Vorausschauend hinschauen, bevor sich Beschwerden manifestieren.
Die Irisdiagnose zeigt keine aktuellen Erkrankungen, aber sie gibt Hinweise auf deine individuelle Konstitution – also auf das, was du von Geburt an mitbringst.
Sie zeigt wie du und dein Körper auf Reize reagieren, wie Nahrung und Eindrücke verdaut werden, wie deine Regulation funktioniert und wo allenfalls etwas Unterstützung notwendig ist – und ist damit ein wunderbares Instrument, um deine Selbstfürsorge langfristig wirksam zu gestalten. Und das bereits bei den ersten Symptomen.
Neugierig mehr zu erfahren? Lass uns unverbindlich sprechen:
Zurück in die eigene Mitte – Königinnenkraft leben
Ich bin Mitte 50. Und manchmal fühlt sich diese Zeit alles andere als eine stille Krönung an. Die Phase zwischen Wechseljahren und Neuausrichtung ist nicht immer einfach – körperlich, seelisch, gesellschaftlich. Aber sie ist auch die Zeit, in der vieles zu Ende gedacht, gereift und gewürdigt werden darf.

Es ist eine Lebensphase, in der wir erkennen dürfen: Was ist mir gelungen? Worauf bin ich stolz? Und was darf jetzt ganz neu wachsen? Nicht aus Zwang oder Selbstoptimierung, sondern aus dem tiefen Wunsch heraus, im eigenen Rhythmus, mit Würde, mit Klarheit weiterzugehen.
Unsere Gesellschaft hat wenig Platz für reife Frauen – alles scheint auf Jugendlichkeit und Leistungsfähigkeit ausgerichtet. Wechseljahre werden zu einem Defizit stilisiert, statt als Transformationszeit gewürdigt zu werden.
Auch die Medizin tut sich schwer mit dieser Lebensphase – zu oft wird hormonell reguliert, statt ganzheitlich begleitet. Ein Schelm, wer Böses denkt, dass Frauen sich nicht zur starken, manchmal auch kompromisslosen, Weisen entwickeln sollen.
Genau deshalb brauchen wir andere Bilder. Neue Narrative. Und Mut, diesen Lebensabschnitt als das zu sehen, was er ist: Eine Einladung zur Rückverbindung. Zur Klarheit. Und zu weiblicher Souveränität.
Brauchtum
Am 15. August – Maria Himmelfahrt – beginnt die zweite grosse Sammelzeit für Kräuter. Diese Zeit, auch Frauendreissiger genannt, reicht bis zum 8. September.
In der Schweiz wurden die Sommerfestlichkeiten ja auf den 1. August, den Nationalfeiertag verlegt. Einst wurde er mit Festen, Höhenfeuern und Feuerritualen begangen. Erste Brote aus frischem Getreide waren Dank an die Natur, die Würdigung ihrer Kraft.
DIY: Kräuterkissen oder Buschen selbst gemacht
Fülle einen kleinen Stoffbeutel mit durchgetrockneten Kräutern: Lavendel, Hopfen, Melisse, Kamille, Rosenblüten, Linde… → Ein beruhigendes Kissen, ein kleines Schutzamulett. Oder ein Buschen für den Stall – symbolisch als heilkräftiger Wintervorrat?
📍 Offline-Workshop am 16.08.2025 13.30 – 15.30 Uhr in der Praxis.
Gemeinsam stellen wir Kräuterkissen, Kräuterstäbe und/oder Medizinbeutel her, und ich erzähle dir mehr darüber, was hinter Maria Himmelfahrt und zur Tradition und tauschen uns aus.
Bei Interesse: Melde dich rasch – die Plätze sind begrenzt.
CHF 49.- (inkl. Material)
Heilpflanze des Monat: Rotklee – mehr als ein Hype

Der Rotklee (Trifolium pratense) wurde in den letzten Jahren stark gehypt. Vielleicht war das mit ein Grund, warum ich mich lange nicht näher mit ihm befasst habe. Ich folge selten Trends – auch, weil ich nicht daran glaube, dass es das eine Mittel für alles gibt. Aber: Rotklee verdient Beachtung.
🌼 Botanik & Geschichte: Der Schmetterlingsblütler mit seinen honigsüssen Einzelblüten (wer hat sie als Kind nicht ausgesaugt?) ist mehr als ein Viehfutter. Schon Hildegard von Bingen, Lonicerus und Matthiolus beschrieben ihn: Gegen Durchfall, Menstruationsbeschwerden, Dämonen und Hexen – als Essig zum Versprenkeln in der Wohnung.
🌼 Volksheilkunde & Volksglaube: Der Rotklee wurde von den Kelten als mächtiges Heilmittel verehrt – verbunden mit der dreifaltigen Göttin, getrunken als Tonikum, bei Husten, Auszehrung, Hautproblemen. Bei fast jeder Krankheit wurde er getrunken und auch als sogenannte Asthmazigarette (zusammen mit Huflattich und Bilsenkraut) verwendet. Und ja: In der richtigen Dosierung und mit Fachkenntnis kann auch das heute noch unterstützend sein.
🌼 Moderne Anwendung: Verwendet werden die Blüten. Sie enthalten Isoflavone mit östrogenähnlicher Wirkung, die allerdings abhängig vom (passenden) Darmmikrobiom ist. Langfristig eingenommen kann Rotklee klimakterische Beschwerden lindern, Herz und Gefässe schützen, Cholesterin senken, antioxidativ und antikanzerogen wirken. Auch bei Hyperlipidämie, Osteoporose, insbesondere postmenopausaler Frauen, findet Rotklee Anwendung.
🌿 Zubereitung: 4–6 Blütenstände (ca. 4g Droge) mit ¼ Liter kochendem Wasser übergiessen, 15 Minuten ziehen lassen. 2–3 Tassen täglich über längere Zeit.
⚠️ Nicht anwenden bei östrogenabhängigen Tumoren, in Schwanger
Zum Schluss…
Der Sommer ist noch immer eine Einladung, dich zu feiern. Zu ehren, was du geschafft hast. Und dich zu fragen: Was darf bleiben – und was darf gehen?
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